Europa

Ein Geistlicher getötet: Ukrainer sticht in polnischem Kloster auf fünf Personen ein

Im polnischen Jaroslaw hat ein ukrainischer Staatsangehöriger in einem Kloster fünf Menschen niedergestochen. Berichten zufolge befanden sich drei Priester unter den Opfern, wovon einer seinen Verletzungen erlegen ist. Das Motiv des 31-Jährigen, der noch am Tatort festgenommen wurde, ist bislang unklar.
Ein Geistlicher getötet: Ukrainer sticht in polnischem Kloster auf fünf Personen ein© Urheberrechtlich geschützt

Nach Angaben der örtlichen Polizei hat ein Ukrainer in einem katholischen Kloster im Südosten Polens fünf Menschen niedergestochen.

Der Angriff ereignete sich am Donnerstag gegen 9:30 Uhr in der Kirche des Benediktinerinnenklosters in Jarosław in der an die Ukraine grenzenden Woiwodschaft Karpatenvorland. Lokalen Medienberichten zufolge bereiteten sich die Geistlichen gerade auf die Messe vor, als der Angreifer zuschlug.

Unter den Opfern befanden sich vier Männer und eine Frau, teilte die Polizei auf X mit; drei der Männer erlitten schwere Verletzungen. Das polnische Nachrichtenportal Interia identifizierte die Opfer als drei Priester und zwei Laien.

Unter Berufung auf die Polizei berichteten lokale Medien, dass eines der Opfer – ein Geistlicher – gestorben sei, während sich zwei weitere in kritischem Zustand befänden.

Der mutmaßliche Angreifer, ein 31-jähriger ukrainischer Staatsangehöriger, wurde noch am Tatort festgenommen. Nach vorläufigen, von polnischen Medien zitierten Erkenntnissen soll er ein Küchenmesser verwendet haben. Ein Motiv wurde von den Ermittlern bislang noch nicht gefunden.

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer deutlichen Verschlechterung der Einstellung der polnischen Bevölkerung gegenüber ukrainischen Flüchtlingen. Ein im Juli veröffentlichter Bericht des Meinungsforschungsinstituts CBOS ergab, dass sich erstmals seit Beginn der Erhebungen zu diesem Thema eine Mehrheit der Polen gegen deren Aufnahme aussprach: 52 Prozent waren dagegen, 42 Prozent dafür. Kurz nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 hatte die Zustimmung noch bei 94 Prozent gelegen.

Zudem hat Warschau damit begonnen, einige der nach 2022 für Ukrainer eingeführten Sonderregelungen zurückzufahren. So beendete Polen Anfang des Jahres das gesonderte Unterstützungssystem für diese Flüchtlingsgruppe, stellte Ukrainer auf das allgemeine System für Ausländer mit vorübergehendem Schutzstatus um und schränkte den Zugang zu bestimmten Sozialleistungen ein.

Laut im September von CBOS veröffentlichten Daten ist der Anteil der Polen, die eine Versöhnung mit den Ukrainern für möglich halten, auf einen historischen Tiefstand von 53 Prozent gesunken, während 38 Prozent sie für unmöglich erachteten. Die Umfrage fand vor dem Hintergrund anhaltender historischer Streitigkeiten statt – insbesondere im Zusammenhang mit den Massakern an Polen in Wolhynien während des Zweiten Weltkriegs durch die Ukrainische Aufständische Armee (UPA), die von der Selenskij-Regierung glorifiziert wird. 

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