Europa

Europa in der Hitzefalle: Hunderte sterben, Temperatur-Rekorde fallen

Eine beispiellose Hitzewelle hat diese Woche bereits Hunderte Menschen in ganz Europa das Leben gekostet – mit Spanien an der Spitze der Opferzahlen. Rekordtemperaturen, rote Warnungen und geschlossene Schulen erinnern an die verheerende Katastrophe von 2003. Doch warum ist Europa so anfällig, und was bedeutet das für die Zukunft?
Europa in der Hitzefalle: Hunderte sterben, Temperatur-Rekorde fallenQuelle: Gettyimages.ru © Mustafa Yalcin / Anadolu

Eine Welle sengender Hitze hat diese Woche Hunderte Menschen in Europa getötet, wobei Spanien die höchste Todeszahl meldet. Dort stiegen die Temperaturen auf über 40 °C, und Rekorde auf dem gesamten Kontinent wurden gebrochen.

Spanische Behörden haben mehr als 200 Todesfälle mit der extremen Hitze in Verbindung gebracht, laut dem Sterblichkeitsüberwachungssystem des Landes. Deutschland hat mehr als 20 Todesfälle gemeldet, viele davon Ertrinkungsunfälle, da Menschen in Flüssen, Seen und Schwimmbädern Abkühlung suchten. Frankreich hat mehrere hitzebedingte Todesfälle bestätigt, darunter Kinder, während Italien ebenfalls mehrere Todesfälle meldete, da Krankenhäuser eine wachsende Zahl von Patienten mit Hitzschlag und Dehydrierung behandelten.

Die Hitzewelle hat weite Teile West- und Südeuropas erfasst, wobei Paris mit 40,9 °C den heißesten Junitag aller Zeiten verzeichnete und Großbritannien mit 36,4 °C die höchste Junitemperatur aller Zeiten registrierte. Auch die Schweiz stellte einen neuen Junirekord auf, während Behörden in der gesamten Region rote Warnungen herausgaben, Schulen schlossen, Zugverbindungen ausfielen und die Bewohner aufgefordert wurden, während der heißesten Tageszeiten im Haus zu bleiben.

Meteorologen haben die extremen Temperaturen einer anhaltenden "Hitzekuppel" zugeschrieben, die heiße Luft über Europa festhält und kühlere Wettersysteme am Eindringen hindert. Die Bedingungen waren in dicht besiedelten Städten besonders gefährlich, wo Beton und Asphalt die Hitze über Nacht speichern und nach Sonnenuntergang wenig Abkühlung bieten.

Die steigende Todeszahl hat Erinnerungen an die katastrophale Hitzewelle Europas von 2003 wachgerufen, die schätzungsweise Zehntausende Übersterblichkeiten auf dem Kontinent verursachte und damit eine der tödlichsten Naturkatastrophen in der modernen europäischen Geschichte darstellt.

Experten sagen, dass Europa besonders anfällig bleibe, weil ein Großteil seines Wohnungsbestands darauf ausgelegt ist, Wärme während kalter Winter zu speichern, anstatt Häuser im Sommer kühl zu halten. Im Gegensatz zu Nordamerika und vielen Teilen Asiens ist eine Klimaanlage in Wohngebäuden in weiten Teilen des Kontinents noch relativ unüblich, sodass Millionen während längerer Perioden extremer Hitze exponiert sind.

Regierungen haben bereits gewarnt, dass die Todeszahl voraussichtlich weiter steigen wird, solange die Hitzewelle anhält. Sie fordern die Menschen auf, ausreichend zu trinken, körperliche Aktivitäten im Freien während der Spitzenhitze zu vermeiden und sich um ältere Verwandte und andere gefährdete Personen zu kümmern.

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